„Ich bin hier schon oft mit dem Fahrrad vorbeigefahren, wusste aber nicht, was sich hier hinter den Bäumen verbirgt!“ Sätze wie diese waren am Sonntag, 17. Mai 2026, häufiger am Heidbrink von Drensteinfurt zu hören. Im Rahmen der von der Stadt anlässlich des 1175 Jahre-Jubiläums initiierten Reihe von Führungen an historischen Orten stellte der Arbeitskreis Geschichte im Heimatverein Drensteinfurt am Sonntag die Loretokapelle vor.
Die Geschichtsgruppe hatte ich vor acht Jahren intensiv unter Zuhilfenahme alter Originalquellen mit diesem historischen Gebäude und dem Terrain rund um die Kapelle beschäftigt. Denn, so erläuterte Kurt Schmitz den mehr als 60 Interessierten, darunter auch Bürgermeister Markus Wiewel, schon der Standort der Kapelle verberge eine Menge Geschichte. So befanden sich früher hier ein Leprosenhaus, ein Galgen und eine Schießscheibe für die Schützen. Über die außen sichtbaren bauhistorischen Besonderheiten sprach Liane Schmitz. So habe man sich bei den Maßen des kleinen Gotteshauses genau an dem historischen Vorbild in Loreto orientiert, beim Baumaterial aber auf regional übliche Ziegelsteine und Baumberger Sandstein zurückgegriffen. Bei der Innenführung durch Waltraud Havers konnten die Besucher dann u.a. erfahren, dass es sich bei dem deutlich sichtbaren Riss im Innenputz der Wand um einen gewollten historischen Verweis und nicht um einen Bauschaden handele.
Wer die beiden Führungen verpasst hat, kann in einem von dem Geschichtsarbeitskreis erstellten reich bebilderten Heft nachlesen, das vom Heimatverein für 3 Euro angeboten wird. Eine Vorschau kann man als PDF von der Internetseite des Heimatvereins herunterladen, beim Wunsch nach gedruckten Exemplaren schreibt man eine entsprechende E-Mail an kontakt@heimatverein-drensteinfurt.de




