Trockenstress auf der Blühwiese
Nabu-Expertin besichtigt Blühwiese des Heimatvereins und gibt Tipps zur Optimierung
Bericht: Armin Asbrand - Die Idee ist prima, doch mit der Umsetzung klappt es bislang nicht so richtig. Eine Blühwiese hat die Naturgruppe des Heimatvereins Drensteinfurt an der Malteser-Unterkunft angelegt. Die Fläche an der Sendenhorster Straße gehört der Stadt. Sie soll Wildbienen, Schmetterlingen und anderen Insekten Nahrung und Deckung bieten, wie die Heimatfreunde mitteilen, und gleichzeitig das am Fußweg stehende Bienenhotel mit Leben füllen.
So weit die Theorie. Doch in der Praxis zeigt sich ein etwas anderes Bild. Anfang April hatten die Naturfreunde das von der Stadt zur Verfügung gestellte Saatgut ausgebracht. Es lief auch zügig auf. Doch im Juni und Juli fehlte der Regen. In der Folge breiteten sich immer mehr Disteln, Quecken und andere Unkräuter und Gräser auf der Fläche aus und verdrängten die Wildblumen. „Was sollen wir tun? Macht das Projekt an diesem Standort überhaupt Sinn?“ fragten die Naturfreunde.
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Am vergangenen Donnerstag nahm Dr. Berit Philipp, Biologin bei der Nabu-Station Münsterland, die Blühwiese in Augenschein. Der Standort am Malteserheim neben dem Erlbach sei nährstoffreich und tiefgründig, sagte sie. Es sei zwar nicht einfach, hier eine Blühfläche dauerhaft zu etablieren. Dennoch sei das Projekt nicht gescheitert. Die im Boden ruhenden Samen könnten immer noch im Herbst oder nächsten Frühjahr auflaufen, so die Biologin.
Dr. Philipp empfahl, die Fläche im Herbst zu mähen, eventuell mit der Sense, und das Mähgut abzuräumen, um dem Boden die Nährstoffe zu entziehen. Ihr Tipp an die Heimatfreunde: „Im Herbst oder Frühjahr sollten Sie dann bei Bedarf nachsäen und schauen, wie sich das Ganze entwickelt.“
Auf ein grundsätzliches Problem bei derartigen Flächen wies die Klimamanagerin der Stadt bei dem Ortstermin hin. Laut Carmen Wentigmann ist es aus naturschutzfachlicher Sicht sinnvoll, wenn das Mähgut auf derartigen Flächen abgeräumt würde, um den Nährstoffeintrag in die Böden und Gewässer zu vermindern. Dies jedoch geschehe derzeit kaum. Nach dem Mulchen bleibe das Mähgut flach auf dem Boden liegen und verrotte. „Bislang ist das Abräumen des Mähgutes den zuständigen Trägern zu teuer beziehungsweise es fehlen Möglichkeiten der Entsorgung, zum Beispiel über eine Biogasanlage“, sagte die Klimaschutzmanagerin. „Doch wir bleiben an dem Thema dran“, versprach die Fachfrau aus Rinkerode den Stewwerter Heimatfreunden.
Galerie
Fotos: Gerty Münstermann
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