Referentin Barbara Gerlach

Naturnahe Gärten

Naturnaher Garten – lebendig und spannend

Vortrag „Der naturnahe Garten“ begeisterte
Bericht: Holger Martsch, 25 2. 2025
Fotos: Gertrud Münstermann

Was einen naturnahen Garten ausmacht und wie man ihn anlegt, das konnten Gartenfans am Montag, 24. Februar 2025, anlässlich eines Vortrags von der Rinkeroder Gärtnermeisterin Barbara Gerlach erfahren.

Der Heimatverein Drensteinfurt hatte in die „Alte Post“ zu dieser kostenlosen Informationsveranstaltung eingeladen. Vorsitzender Franz-Josef Naber und die Referentin freuten sich über die zahlreich erschienene Zuhörerschaft, die nicht nur aus Mitgliedern des Vereins bestand.

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Ohne Pflanzen habe man auch keine Natur im Garten, so Barbara Gerlach. Bei der Auswahl geeigneter Blühpflanzen sollte man doch gerne mal den Blick auf heimische Gewächse richten, welche, widerstandsfähig oftmals außerordentlich hübsch in ihrem Blütenschmuck, an unser Klima gewöhnt seien und deshalb weniger „gepampert“ werden müssten als hochgezüchtete, teils exotische Sorten.

Totholz, Baumwurzeln, Äste und Stämme könnten als dekorative oder gliedernde Elemente in den Garten einbezogen werden. Im Totholz entstehe vielfältiges neues Leben, Feuchtigkeit werde im Boden gehalten. Mit einer Reihe von Bildbeispielen belegte Frau Gerlach die ansprechende Wirkung von Totholz in naturnahen Gärten.

Ohne Wasser kein Leben – so auch im Garten. Vogeltränken in jedweder Form – alte Waschbecken oder Schüsseln – locken gefiederte Gäste an und mit Freude könnten Gartenbesitzer beobachten, wie die Tiere dort trinken und baden. Dabei müsse man jedoch Steine oder Äste in die Behältnisse legen, damit die Tiere auch wieder herauskämen, sollten sie einmal hineinfallen. Teiche oder Wasserläufe böten Lebensraum für Amphibien wie Frösche und Molche.

Wer eine Blumenwiese anstelle eines Rasens anlege helfe damit zahlreichen Insekten, insbesondere Bienen und Hummeln. Bei der Auswahl geeigneter Pflanzen gelte es zu beachten, dass manche Wildbienenarten auf bestimmte einheimische Blühpflanzen fixiert sind. Wolle man Nisthilfen für Wildbienen installieren, möge man sich vorher gut informieren, denn oft würden ungeeignete Materialzusammenstellungen verwendet, selbst von namhaften Herstellern.

Auch Wege und Sitzplätze könnten mit Materialien gebaut werden, die die Natur biete.
Ein Weg aus Holzschnitzeln beispielsweise sei einfach und preisgünstig anzulegen und wenn man die Schicht dick genug mache käme auch kein Unkraut hoch.

Wiederverwertete Materialien – Steine aus Abbruchhäusern oder Mauerreste, ja sogar alte Dachziegel – seien als dekorative und gliedernde Elemente für den naturnahen Garten geeignet. In den Fugen zwischen den Steinen fänden zahlreiche Tiere Unterschlupf.

Jeder Garten brauche eine Grenze. Als abschreckende Beispiele dafür zeigte Frau Gerlach industriell gefertigte Metallzäune mit Plastikgeflecht. Das es auch anders geht, zum Beispiel mit Holz, und das so etwas nicht außerordentlich teuer sein muss, demonstrierte sie an zahlreichen Beispielen aus ihrer gärtnerischen Praxis.

Angesichts weiterer zu erwartender Dürreperioden müsse man sich eine Bewässerungsstrategie überlegen; auch sei damit zu rechnen, dass in solchen Dürrejahren die Gartenbewässerung mit Stadtwasser verboten werde. Generell sei es sinnvoll, weniger oft, aber dafür durchdringend zu wässern. Warum? Werde nur oberflächlich gewässert, orientiere sich die Pflanze mit ihrem Wurzelwerk mehr zur Erdoberfläche hin. Das habe fatale Folgen, wenn die Bewässerung mal ausfallen sollte.

Zu Beginn ihres Referats hatte Frau Gerlach vorgewarnt: Zwei Stunden Dauer seien bei ihr die Regel.
Das es Niemandem während dieser zwei Stunden zu anstrengend oder gar langweilig geworden war bewies letztendlich der herzliche Schlussapplaus.

Ein spannender Vortrag mit zahlreichen Anregungen und Tipps – das lässt den Wunsch nach Wiederholung aufkommen. Und in der Tat wird der Heimatverein Drensteinfurt im Januar kommenden Jahres einen weiteren gärtnerischen Informationsabend mit Frau Gerlach anbieten. Das Thema wird lauten: Gehölzschnitt – artgerecht und kreativ.

Weitere Infos auf der Homepage:
Hortus Vivendi
Gärtnermeisterin Barbara Gerlach
Hortus Netzwerk

Zusammenfassung

In naturnahe Gärten können folgende Elemente integriert werden:

Heimische Blühpflanzen, die widerstandsfähig und an das Klima angepasst sind.
Totholz, Baumwurzeln, Äste und Stämme als dekorative oder gliedernde Elemente.
Vogeltränken aus alten Waschbecken oder Schüsseln, in die Steine oder Äste gelegt werden.
Teiche oder Wasserläufe für Amphibien wie Frösche und Molche.
Blumenwiesen anstelle von Rasenflächen, um Insekten wie Bienen und Hummeln zu unterstützen. Nisthilfen für Wildbienen, wobei auf geeignete Materialien geachtet werden muss.
Wege und Sitzplätze aus natürlichen Materialien wie Holzschnitzeln.
Wiederverwertete Materialien wie Steine aus Abbruchhäusern, Mauerreste oder alte Dachziegel.
Natürliche Gartenbegrenzungen aus Holz anstelle von industriellen Metallzäunen mit Plastikgeflecht.

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Die Vorteile von heimischen Blühpflanzen sind:

Sie sind widerstandsfähig und an das lokale Klima angepasst.
Sie benötigen weniger Pflege und müssen nicht so intensiv „gepampert“ werden wie hochgezüchtete, exotische Sorten.
Sie sind oft außerordentlich hübsch in ihrem Blütenschmuck.

Wie trägt Totholz zur Biodiversität im Garten bei?

Totholz trägt zur Biodiversität im Garten bei, indem es vielfältiges neues Leben ermöglicht. Es hält Feuchtigkeit im Boden und bietet Lebensraum für verschiedene Organismen. Totholz kann zudem als dekoratives oder gliederndes Element in den Garten integriert werden, was seine ansprechende Wirkung verstärkt.


Galerie

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