Ohne Pflanzen habe man auch keine Natur im Garten, so Barbara Gerlach. Bei der Auswahl geeigneter Blühpflanzen sollte man doch gerne mal den Blick auf heimische Gewächse richten, welche, widerstandsfähig oftmals außerordentlich hübsch in ihrem Blütenschmuck, an unser Klima gewöhnt seien und deshalb weniger „gepampert“ werden müssten als hochgezüchtete, teils exotische Sorten.
Totholz, Baumwurzeln, Äste und Stämme könnten als dekorative oder gliedernde Elemente in den Garten einbezogen werden. Im Totholz entstehe vielfältiges neues Leben, Feuchtigkeit werde im Boden gehalten. Mit einer Reihe von Bildbeispielen belegte Frau Gerlach die ansprechende Wirkung von Totholz in naturnahen Gärten.
Ohne Wasser kein Leben – so auch im Garten. Vogeltränken in jedweder Form – alte Waschbecken oder Schüsseln – locken gefiederte Gäste an und mit Freude könnten Gartenbesitzer beobachten, wie die Tiere dort trinken und baden. Dabei müsse man jedoch Steine oder Äste in die Behältnisse legen, damit die Tiere auch wieder herauskämen, sollten sie einmal hineinfallen. Teiche oder Wasserläufe böten Lebensraum für Amphibien wie Frösche und Molche.
Wer eine Blumenwiese anstelle eines Rasens anlege helfe damit zahlreichen Insekten, insbesondere Bienen und Hummeln. Bei der Auswahl geeigneter Pflanzen gelte es zu beachten, dass manche Wildbienenarten auf bestimmte einheimische Blühpflanzen fixiert sind. Wolle man Nisthilfen für Wildbienen installieren, möge man sich vorher gut informieren, denn oft würden ungeeignete Materialzusammenstellungen verwendet, selbst von namhaften Herstellern.
Auch Wege und Sitzplätze könnten mit Materialien gebaut werden, die die Natur biete.
Ein Weg aus Holzschnitzeln beispielsweise sei einfach und preisgünstig anzulegen und wenn man die Schicht dick genug mache käme auch kein Unkraut hoch.
Wiederverwertete Materialien – Steine aus Abbruchhäusern oder Mauerreste, ja sogar alte Dachziegel – seien als dekorative und gliedernde Elemente für den naturnahen Garten geeignet. In den Fugen zwischen den Steinen fänden zahlreiche Tiere Unterschlupf.
Jeder Garten brauche eine Grenze. Als abschreckende Beispiele dafür zeigte Frau Gerlach industriell gefertigte Metallzäune mit Plastikgeflecht. Das es auch anders geht, zum Beispiel mit Holz, und das so etwas nicht außerordentlich teuer sein muss, demonstrierte sie an zahlreichen Beispielen aus ihrer gärtnerischen Praxis.
Angesichts weiterer zu erwartender Dürreperioden müsse man sich eine Bewässerungsstrategie überlegen; auch sei damit zu rechnen, dass in solchen Dürrejahren die Gartenbewässerung mit Stadtwasser verboten werde. Generell sei es sinnvoll, weniger oft, aber dafür durchdringend zu wässern. Warum? Werde nur oberflächlich gewässert, orientiere sich die Pflanze mit ihrem Wurzelwerk mehr zur Erdoberfläche hin. Das habe fatale Folgen, wenn die Bewässerung mal ausfallen sollte.
Zu Beginn ihres Referats hatte Frau Gerlach vorgewarnt: Zwei Stunden Dauer seien bei ihr die Regel.
Das es Niemandem während dieser zwei Stunden zu anstrengend oder gar langweilig geworden war bewies letztendlich der herzliche Schlussapplaus.
Ein spannender Vortrag mit zahlreichen Anregungen und Tipps – das lässt den Wunsch nach Wiederholung aufkommen. Und in der Tat wird der Heimatverein Drensteinfurt im Januar kommenden Jahres einen weiteren gärtnerischen Informationsabend mit Frau Gerlach anbieten. Das Thema wird lauten: Gehölzschnitt – artgerecht und kreativ.