
Sammelaktion des Heimatvereins am 8. März 2025
Bericht: Holger Martsch, Fotos: Martsch
Der Heimatverein Drensteinfurt hatte zur Müllsammelaktion aufgerufen – und 65 umweltbewusste Menschen aller Altersgruppen kamen und sammelten in den verschiedensten Bereichen der Stadt. Der Ecowest-Verbund, ein Zusammenschluss der Entsorgungsgesellschaft GEG (Kreis Gütersloh) und der AWG (Abfallwirtschaftsgesellschaft des Kreises Warendorf) stellte Warnwesten, Müllsäcke und Handschuhe zur Verfügung, der Heimatverein Greifzangen.
Gesammelt wurde von 9 bis 12 Uhr. Die Planung der Initiative oblag Doris Matuszewski, Vorstandsmitglied des Heimatvereins, die, wie immer alles perfekt organisiert hatte. Gerty Münstermann, die auch den Internetauftritt des Vereins pflegt, sorgte mit ihrem Fahrzeug für den Abtransport der Müllsäcke zum Sammelcontainer, der vor dem ehemaligen Bauhof der Stadt an der Kleiststraße aufgestellt war. Nach Abschluss der Aktion trafen sich alle Teilnehmenden zum Grillen vor der Alten Post, mit Getränken, Brötchen und Würstchen gut versorgt von Annette Naber und Armin Asbrand.
„So viel Müll haben wir bei unseren bisherigen Sammlungen noch nie gesehen“
(Vereinsvorsitzender Franz-Josef Naber)

Was führte zu diesem hohen Müllaufkommen? Eine Befragung verschiedener Sammelgruppen ergab ein eindeutige Aussage: Bequemlichkeit, Faulheit, Gleichgültigkeit gegenüber der Umwelt.
„Ist ein Mülleimer zwei Meter weit weg, ist das schon zu weit“, so die Aussage eines Sammlers.
Zu Denken gibt auch das hohe Müllaufkommen rings um die Dreingauhalle, wo vor allem Verpackungsreste von in den nahen Supermärkten gekauften Snacks und Einweg-Getränkepackungen sowie Fast-Food-Reste gefunden wurden. „Im Elternhaus und in den Schulen sollte von Anfang an bei Kindern und Jugendlichen das Umweltbewusstsein sensibilisiert werden; schließlich obliegt der nachwachsenden Generation die Gestaltung unserer Zukunft“, so ein anderer Aktivist.
Haufen von Flaschen an den Wegesrändern
Alkoholkonsum hat in unserer Gesellschaft einen hohen Stellenwert, leider auch mit teils verheerenden Folgen wie Abhängigkeit und sozialem Abstieg. Ob Wodka- Sekt- oder Bierflaschen oder auch die Mini-Glasflaschen mit Alkoholischem wurden zuhauf an Wegesrändern gefunden. Verheerend auch die Sammelbilanz entlang der Bundesstraße 58: Ein Ehepaar holte so viel Müll aus dem Straßengraben, das er einen ganzen Bully füllte. Auch alte Fenster, Autoreifen und Fahrräder wurden gefunden.
Vermüllung nimmt zu
Nahe der B 58, hinter der Tankstelle Q1, haben die ehemaligen Betreiber der Dönerbude ein Müllchaos hinterlassen, das Ratten anzieht. Ein Stück weiter, an den Kleiderspenden-Behältern der Malteser, deponieren in letzter Zeit immer mehr Zeitgenossen Müll aller Art. Bauschutt wird rücksichtslos in die Landschaft entsorgt. Angesichts solcher Zustände und solchen Verhaltens mag die Frage aufkommen, wie weit der Werteverfall, Ignoranz und Gleichgültigkeit in erheblichen Teilen unserer Gesellschaft schon fortgeschritten sind und ob es irgendwann mal zu einer Kehrtwende kommen wird.