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Foto: Momentaufnahme von unserer Steinkauz-Niströhrenaktion. Bildzeilen, Nr. 17 oder 10: Etwa 50 Männer und Frauen informierten sich auf den Feldern der Familie von Looz über das Artenschutzprojekt „W-Land“.

Für Hasen, Bienen, Schmetterlinge und Co.

CDU-Stadtverband besichtigt Naturschutzmaßnahmen auf dem Hof der Familie von Looz in Drensteinfurt - Fraktionsvorsitzender Markus Wiewel: „Beim Natur- und Artenschutz müssen wir gemeinsam an einem Strang ziehen.“

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Fast wie bestellt zogen zwei Rotmilane ihre Bahnen über den Feldern von Alexander von Looz in der Bauerschaft Ossenbeck. Unten informierten der Landwirt, Leiter des Drensteinfurter Hegeringes, und Felix Homann über das Naturschutzprojekt „W-Land“ genauer: „Warendorfer Landnutzer arbeiten für Naturschutzzwecke und Biodiversität.“ Eingeladen zu dem Treffen am 21. Mai hatte der CDU-Stadtverband mit Sabrina Salomon (Vorsitzende) und Fraktionsvorsitzenden Markus Wiewel an der Spitze.

Hinter dem Projekt steht die „Stiftung Westfälische Kulturlandschaft“. Sie wurde im Kreis Warendorf von der Kreisjägerschaft sowie dem Kreis gegründet, um die Eigenart und Schönheit der Landschaft und die Lebensräume von Bodenbrütern wie Kiebitze, Feldlerche und Fasane sowie dem Niederwild zu verbessern. Das zunächst auf drei Jahre angelegte Projekt wird von der Kreisjägerschaft, dem Kreis sowie drei Volksbanken finanziert. Projektleiter Felix Homann setzt die Maßnahmen in enger Absprache mit den Landwirten und Jägern vor Ort um.

Auf dem Hof von Looz hat der Wasser- und Bodenverband 2014 einen Teilabschnitt des Umlaufbaches naturnah zurückgebaut. Das Gewässerbett wurde verbreitert, der Oberboden abgetragen, abgestorbenes Totholz im Gewässerbett bietet den am und im Wasser lebenden Tieren Unterschlupf. Die Umgestaltung des Bachbettes befindet sich abseits von Wegen und Straßen. „Spaziergänger mit Hunden, die sonst immer wieder das Wild und die Vögel hochscheuchen, sind hier zum Glück nicht anzutreffen,“ sagt Alexander von Looz.

Daneben besichtigten die etwa 50 Frauen und Männer verschiedene Blühstreifen, die der junge Landwirt in seinen Getreideschlägen angelegt hat. Die Stiftung hat das Saatgut gesponsert. Für seine Maschinen- und Arbeitskosten und den Ertragsausfall (Gerste, Weizen, Raps) erhält von Looz 900 € pro Hektar und Jahr. Die Blühstreifen sind etwa 12 bis 15 Meter breit und bis über Hundert Meter lang. „Bienen, Wespen und Hummeln sowie Feldlerchen, Hasen und anderes Niederwild finden in den Streifen Deckung, Nahrung und Nistmöglichkeiten,“ erklärte Felix Homann. „Der Landwirt leistet mit der freiwilligen Maßnahme einen effektiven Beitrag zum Naturschutz und der Artenvielfalt in der Agrarlandschaft.“

Doch das Budget der Stiftung ist begrenzt. In Drensteinfurt hat Felix Homann bislang fünf Landwirte zum Mitmachen gewonnen. Kreisweit finden derzeit in etwa 25% aller Jagdreviere ähnliche Maßnahmen zum Artenschutz statt. Mittel- bis langfristig will Homann bis zu 20 Hektar kreisweit fördern, wobei er großen Wert auf eine enge Zusammenarbeit mit den Jägern und Landwirten legt. „Ruft mich ein Bauer, komme ich raus und schau mir zunächst die Fläche an, ob sie sich für unser Programm eignet. Der Landwirt muss aus Überzeugung mitmachen, der Ausgleich von 900 € pro Hektar deckt nur seine Verluste ab.“

In der Öffentlichkeit wenig bekannt ist zum Beispiel auch, dass Hasen, Fasane und die bodenbrütenden Vögel vor Raubwild geschützt werden müssen. Diese sogenannten „Prädatoren„ plündern die Nester der Vögel oder fressen die Aufzuchten des Niederwildes. Zu diesem Zweck hat Alexander von Looz unter anderem eine Lebendtierfalle auf einem Steg über den Umlaufbach aufgestellt. Geht ein Fuchs, Marder oder Waschbär in die Falle, erhält Alexander ein Signal auf sein Handy. Dann kann er zeitnah reagieren und sich um das gefangene Tier kümmern.

Ohne effektive Raubzeugbekämpfung,“ sagt Berufsjäger Felix Homann, „haben viele seltene Tiere und Vögel in unserer offenen Agrarlandschaft kaum noch eine Chance.“ Und Markus Wiewel stellte beim abschließenden Umtrunk auf dem Hof der Familie fest: „Beim Natur- und Artenschutz müssen wir alle an einem Strang ziehen. Freiwillige Maßnahmen gegen Ausgleich sind der beste Weg, um bedrohte Arten in unserer Kulturlandschaft zu schützen.“